In Lippstadt zu Hause....

Beobachtungen aus der heimischen Natur durch die Jahreszeiten.

Unsere Beiträge sind erschienen 2004 in "Lippstadt am Sonntag"   Autor: P.Hoffmann


Dezember    Zooflüchtlinge und Irrgäste...

In Lippstadt zu Hause fühlen sich seit einigen Jahren einige Tierarten, die es hier ganz offensichtlich früher nicht gegeben hat. Da sind z.B. entlang der Lippe und der Baggerseen eigenartige Gänse zu beobachten, die sich mit ihren auffälligen Farben noch nicht in unsere Vorstellung von heimischer Natur einfügen wollen. 1991 habe ich zum ersten mal eine dieser afrikanischen Nilgänse auf einem abgeernteten Acker stehen sehen. In meinem „Vogelführer“ fand ich den braun-beigen Vogel mit den leuchtend grünen Spiegelfedern an den Flügeln, den kräftig rosafarbenen Beinen und dem knallroten Schnabel auf den letzten Seiten in der Abteilung: „Zooflüchtlinge“ und „Irrgäste“. Die Nilgans galt als Exot und Ausnahmeerscheinung. Nur wenige Jahre später wurde ein brütendes Nilganspaar an der Lippe, westlich von Lippstadt beobachtet und kurz darauf – wie konnte es anders sein - ließ sich ein solches Gänsepaar auch am Zachariassee nieder. Mittlerweile sehen wir die kleine, hochbeinige Gans entlang der Flüsse überall im Lande und bei den angrenzenden Nachbarn. Zur Mauserzeit im Sommer treffen sich bei uns inzwischen mehrere Hundert der seltsam schnarrenden Vögel, immer etwas Abseits von den Graugänsen. Bei vielen Naturbeobachtern – ob Jäger, Landwirte oder Ornithologen – hat die schnelle Ausbreitung der Nilgans für Diskussionen gesorgt. Von einer massiven Bekämpfung des Eindringlings bis zu neugieriger Gelassenheit  reicht das Meinungsspektrum. Tatsache ist: Die Nilgans darf zur Zeit nicht bejagt werden. Wer nun glaubt, der Name des Vogels gäbe Auskunft über seine Herkunft, der irrt sich. Mit großer Sicherheit sind unsere inzwischen heimischen Nilgänse Abkömmlinge einer stabilen Gänsepopulation aus dem Westen der Britischen Inseln, wo sie zur Bereicherung der Tierwelt ausgesetzt wurde. In Mitteleuropa haben sie sich dann wohl mit Zooflüchtlingen vermischt, die immer mal wieder aufgetaucht sind. Ursprünglich ist die Nilgans allerdings doch im gesamten Afrika verbreitet – mit Ausnahme der Wüstengebiete. Während andere Tierarten sehr genaue Ansprüche an ihren Lebensraum haben, nimmt die Nilgans es da nicht so eng. So brütet das gelehrige Tier sowohl an dichten Grabenrändern als auch in den Hohlräumen alter Kopfbäume. Die erste Lippstädter Nilgansbrut sorgte im Revier eines Jägers für ungläubiges Staunen: Die Vögel hatten sich in der Krone eins Baumes auf einem alten Greifvogel-Horst niedergelassen. Für die daunenfedrigen Jungvögel  schien der Sturz aus dem Baum kein Problem, sie waren eines schönen Tages auf dem Baggersee zu sehen.

Globalisierung ist für Tiere und Pflanzen der Normalzustand, ihre Welt wird nur durch unterschiedliche Lebensbedingungen begrenzt. Die Nilgans ist nicht die einzige Art, die neue Lebensräume erobert hat. Seit einigen Jahren brütet bei uns auch die größte aller Gänsearten: die Kanadagans und immer häufiger werden neben den Graureihern auch die schneeweißen Silberreiher beobachtet.

„Warum ist das so, ist etwa doch das Klima daran schuld?“, werden wir NABU-Mitarbeiter oft von den Gästen in der Beobachtungshütte am Zachariasse gefragt? Nicht auszuschließen, dass es so ist, aber einfache Antworten gibt es auf so komplexe Erscheinungen wohl nicht. Wir können immer nur einen kleinen Ausschnitt des ganzen beobachten. Tatsache ist jedoch, dass Tiere- und Pflanzengemeinschaften immer schon Entwicklungen und Veränderungen unterworfen waren, nur waren die Zeiträume länger und deshalb die Veränderungen für Menschen nicht so augenfällig.

Die Beobachtung der heimischen Flora und Fauna bleibt mit Sicherheit spannend, machen Sie doch einfach mit.....

 

November:  Mit Pfeifen und Trompeten...  

In Lippstadt zu Hause sind sie zwar nicht, aber als Gäste machen die Kraniche in jedem Herbst mit lautem Pfeifen und Trompeten auf sich aufmerksam. Wenn das Wetter passt – am liebsten bei östlichem Wind - ziehen sie in langen, keilförmigen Ketten über die Stadt. Man kann sich dem Anblick kaum entziehen, auch ohne Fernglas sind die großen Vögel gut zu beobachten. Regelmäßig verlässt ein Kranich am Ende dir Kette und rudert  mit gleichmäßigen Flügelschlägen langsam an die Spitze. Der anführende Vogel gibt sofort den Platz frei, lässt sich zurückfallen und reiht sich hinten in der Kette ein. Offenbar ist die Spitzenposition besonders kraftraubend, Physik und Luftfahrt bieten eine Erklärung dafür: An unserem Regionalflugplatz bekommen die landenden Kleinflugzeuge mitunter den folgenden Sicherheitshinweis vom Towercontroler: „Sie sind Landenummer zwei hinter einem Airbus – achten Sie auf Wirbelschleppen...“  An den Tragflächenenden der Flugzeuge und an den Flügelspitzen der Vögel entstehen heftige Luftströme die wie lange, unsichtbare Zöpfe herumwirbeln. Diese Wirbelschleppen halten sich eine Zeit lang in der Luft und wenn sie von einem Airbus stammen, können sie ein hinterher fliegendes Kleinflugzeug durchaus in Schwierigkeiten bringen.  Kraniche erzeugen mit ihren großen Schwingen ebenfalls Wirbelschleppen und die können von dem jeweils folgenden Vogel geschickt ausgenutzt, den Flug erleichtern. Nur der Vogel in der Formationsspitze muss auf diesen Vorteil verzichten. Und dann gibt es noch eine häufige Beobachtung: Über der Stadt angekommen, löst sich der Verband plötzlich auf. Die Vögel kreisen scheinbar orientierungslos durcheinander und immer wieder befürchten sorgenvolle Naturbeobachter, Radar- oder gar Handystrahlen seien sicher dafür verantwortlich.  Wenn das die Erklärung währe, käme heute kein Kranich mehr an seinem Winterquartier in Spanien oder Frankreich an. Die großen Zugvögel zeigen dieses Verhalten auch ohne Radiowellen und Antworten liefern wieder Erfahrungen aus der Luftfahrt: Heizungsanlagen und Motoren in Städten und Siedlungen erzeugen in der kühlen Herbstwitterung eine Menge warmer Abgase und die steigen mit ansehnlicher Geschwindigkeit nach oben. Segelflieger nutzen dankbar diesen Effekt und Kraniche schon viel länger. Sie lösen ihre  Formation auf, kreisen im Aufwind oft ohne Flügelschlag ein paar hundert Meter höher um dann ihre Reise fortzusetzen. Nicht immer herrscht der passende Rückenwind und so werden die Kraniche auf dem Herbstzug zu Pausen gezwungen. Sie haben ihre Jungvögel dabei, und die sind noch nicht kräftig genug, um die anstrengende Reise in einem Stück zu bewältigen. Die richtigen Rastplätze sind abgelegene und ungestörte, offene Flächen, aus Sicherheitsgründen möglichst von Wasser umgeben. Solche Lebensräume sind selten geworden und fast nur noch in Naturschutzgebieten zu finden. Am Zachariassee in Lipperode bemüht sich Naturschutzbund NABU solche Flächen zu erhalten. Mit etwas Glück kann man dort in den November-Abendstunden die Kraniche zur Übernachtung landen sehen. Dabei ist das hohe Pfeifen der Jungvögel zwischen dem lauten Trompeten der Alten deutlich zu hören.  Die abgeernteten Felder bieten noch Nahrungsreste und mit der Tagesdämmerung machen sich die Großen Vögel wieder auf den Weg.

 

Oktober:  Die letzten Saurier  

Die letzten Saurier, oder besser: Das, was die Evolution von den Sauriern hat überleben lassen, kann man mit etwas Glück und Aufmerksamkeit am Rande unserer Stadt beobachten. Es sind die Zauneidechsen. „Zauneidechsen sucht man nicht, man findet sie“, das sagte mal ein Herpetologe zu mir, jemand der sich wissenschaftlich mit der Verbreitung der heimischen Reptilien befasst. Er hatte recht. Alle meine Begegnungen mit Zauneidechsen waren eher zufällig. Von einer Beobachtung an den wenigen und letzten warmen Tagen des Sommers sei hier berichtete:  Einige prächtig rote Heidelibellen weckten meine Aufmerksamkeit. Immer wieder landeten die schnellen Flieger nach ihren kurzen Jagdausflügen auf dem gleichen vertrockneten Ast eines alten Holzstapels. Der war hier vor etlichen Jahren beim Entbuschen eines Ufersaumes übrig geblieben und war von der späten Nachmittagssonne durchwärm. Mit dem Fernglas beobachtete ich die Libellen und sah plötzlich, dass ich ebenfalls beobachtet wurde: mit kupferfarbenen, aufmerksamen Augen saß da auf dem Ast eine Zauneidechse. Die schlanke Gestalt und die Färbung der Schuppenhaut passte perfekt zu dem alten Holz – das Tierchen war praktisch unsichtbar. Jedenfalls bis zu dem Augenblick, als eine kleine Fliege in der Nähe auf dem Ast landete und darauf herumlief. Lacerta agilis, so der lateinische Name der Zauneidechse,  machte ihrem Namen alle Ehre. Mit einem blitzartigen Sprung und einer zuckenden Kopfbewegung verschwand die Fliege im Eidechsenmaul. Mit der bläulichen Zunge wurde das Maul anschließend sauber abgewischt. Anschließend kroch die kleine Eidechse gemächlich und ständig züngelnd zu ihrem Platz zurück. Die Beine ausgestreckt und die Rippen gespreizt wirkte der Eidechsenkörper besonders flach und konnte so die letzten Sonnenstrahlen aufsaugen. Eidechsen sind wechselwarme Tiere,  die kalte Jahreszeit verbringen die Tiere in frostgeschützter Laubstreu, eingegraben in den Boden. Wenn die Frühlingssonne den Boden durchwärmt, kommen sie wieder zum Vorschein. Wer in Südeuropa Urlaub macht und einen Blick für die Tierwelt hat, begegnet Eidechsen an allen Ecken, manchmal sogar im Hotelzimmer.  Die heimischen Reptilien sind dagegen selten geworden und stehen  allesamt auf der „Roten Liste“ der vom Aussterben bedrohten Arten. Wie so oft liegt der Grund dafür in der Zerstörung ihrer Lebensräume. Der Naturschutzverband NABU kümmert sich um das ansehnliche Schutzgebiet Zachariassee in Lipperode. Hier gibt es nicht nur Wasser und Wasservögel, sondern auch großflächige, verkrautete Magerrasen und Reste ursprünglicher Heideflächen, Gebüsche und Feldgehölze. Diese nahrungsreichen und offenen Biotope entsprechen genau den Bedürfnissen der flinken Zauneidechsen. Ihrem deutschen Namen wird die Zauneidechse durchaus gerecht. Manchmal gelingt es, sie in den Wiesen auf einem alten und rissigen Riegelpfosten in der Sonne zu überraschen. Aber in der Regel ist sie die erste, die uns entdeckt hat und mit einer flinken Bewegung ist sie in einer Holzspalte verschwunden, lange bevor unser Schatten auf den Zaunpfahl fällt. Eidechsen kann man nun mal nicht suchen....

 

-September:  seltsamer Raupenschlepper

 

In diesem Sommer haben sich viele Menschen mit der heimischen Tierwelt befasst – mitunter auch unfreiwillig. Zuerst waren es die Bussarde, die sich unangenehm aufdrängten und dann kamen die Wespen an den Gartentisch und ins Haus um uns Kuchen und Grillfleisch streitig zu machen. Nebenbei raspelten sie Holz von den Gartenmöbel um daraus Baumaterial für eindrucksvolle Papiernester zu gewinnen. Die gelb-schwarze Zeichnung ist kein Zufall – oder biologisch exakter: Das wir auf die Warnfarben mit Vorsicht reagieren ist kein Zufall. Es ist möglicherweise angeboren und durchaus sinnvoll denn Wespen stechen bei Bedrohung unbestritten schmerzhaft. Wir haben diese Warnfarben übernommen: Stolperfallen und Hindernisse auf Verkehrswegen werden auch schwarz-gelb markiert, der Hinweis wird ohne Worte verstanden, denn unser Gehirn nimmt den Kontrast zwischen diesen Farben intensiver war als etwa schwarz und weiß. Aber nur gerade mal 3 heimische Wespenarten zeigen dieses Verhalten und bringen die mehr als 10.000 (!) anderen mitteleuropäischen Hautflügler-Arten in Verruf. Die kleinsten sind nur wenige Millimeter groß und die größte, völlig harmlose Holzwespe schafft es auf über 4cm. Der Naturschutzbund NABU stellt hier eine heimische Wespenart vor, die auf den sandigen Böden am Rande der Stadt gar nicht so selten ist. Sie lebt alleine und ist schon deshalb wenig auffällig: Amophila - die Große Sandwespe. Etwa 3cm groß ist das zerbrechlich wirkende Insekt dass sich nur vom Nektar der Sommerblüten ernährt. Lackschwarz mit einem leuchtend orangeroten Fleck auf dem Hinterleib rennt Amophila auf dem sonnenwarmen Sand zwischen den spärlichen Grashalmen herum, bleibt plötzlich stehen und beginnt ein Loch zu graben. Zielsicher zieht sie die dicke Raupe eines Nachtfalters aus dem Boden. Die Raupe hatte ihr bisheriges Leben damit verbracht, pausenlos Kohl- oder Salatblätter zu fressen. Jetzt hat sie sich hier eingegraben um als Schmetterlingspuppe auf den Winter zu warten. Im nächsten Frühjahr schlüpft dann – normalerweise -  ein neuer Schmetterling. Doch daraus wird diesmal nichts. Wie mit einer Injektionsspritze sticht die Wespe ihren haardünnen Stachel in die Raupe. Das Gift wirkt schnell, es lähmt sie auf der Stelle ohne sie zu töten.  Mit ihren Kiefernzangen greift Amophila in eine Hautfalte und beginnt die Raupe abzuschleppen. Ein unglaublicher Marsch beginnt: 60 -100m weit zerrt sie die schwere Beute zielstrebig durch die Gegend - zu Fuß, denn für einen Lufttransport ist die Beute viel zu schwer.  Nach einem scheinbar endlosen Marsch lässt sie die Raupe plötzlich los, läuft hektisch im Kreis, gerade so als hätte sie die Orientierung verloren. Plötzlich bleibt sie stehen und greift mit ihren Kiefern nach einem Stein. Wie einen Kanaldeckel legt sie ihn bei Seite und ein Loch im Boden wird sichtbar – exakt so groß wie eine Raupe. Rückwärts klettert die Wespe in das Loch, kommt wieder hervor und zerrt die Raupe unter die Erde. Nach einer Minuten ist die Sandwespe wieder da und beginnt mit hektischen Bewegungen das Loch zu verschließen. Mit den Hinterbeinen wird der Sand in die Röhre geschleudert. Wenn das Loch gefüllt ist, wird die Oberfläche festgetrampelt und mit dem Kopf verdichtet. Zum Abschluss kommen ein paar Steinchen darüber und mit Pflanzenresten wird der Tatort unsichtbar gemacht. Perfekt sind alle Spuren verwischt und der Beobachter fragt sich was der ganze Aufwand sollte, denn in der Erde war die Raupe auch schon vorher....  Amophila hatte unter der Erde ein Nest für ihren Nachwuchs vorbereitet. Wie sie es nach dem langen Transport wieder gefunden hat, ist ihr Geheimnis. In der Höhle hat sie ein Ei auf die Raupe gelegt und so dem Nachwuchs genügend Nahrungsvorrat mitgeliefert. Zwei bis drei Wochen bleibt die gelähmte Raupe frisch, bevor sie von der geschlüpften Wespenlarve verzehrt ist. Im nächsten Sommer wird sich hier kein Schmetterling aus dem Sand graben sondern eine schlanke Sandwespe. 

 

August: Teufelsnadeln

 

Manchmal hält nichts so lange, wie der schlechte Ruf – erst Recht, wenn er unberechtigt ist. Dieses eigenartige Phänomen trifft auch auf tierische Zeitgenossen zu, etwa den Libellen. „Sieben Stiche sind tödlich für ein Pferd und ein Stich tötet einen Menschen“, so bin ich als Kind immer vor diesen genialen Flugkünstlern gewarnt worden. Umgekehrt stimmt die Sache schon eher: Der Biss eines Pferdes reicht aus, um eine Libelle zu töten..... Aber Scherz bei Seite und noch einmal klar und deutlich für alle, die dem Aberglauben aufgesessen sind: Libellen können nicht stechen und haben es nie gekonnt, sie sind harmlos. Das gilt natürlich nicht, wenn man zum Beuteschema gehört.  Unbeweglich sitzen die Jäger auf einem Zweig oder einer Blüte und drehen den vergleichsweise großen Kopf, der nur aus Augen zu bestehen scheint, auf dem dünnen Halsstil hin und her.  Nähert sich ein anderes Insekten wie z.B. ein Schmetterlinge, startet die Libelle zum Überraschungsangriff. Noch in der Luft wird die Beute zerlegt. Dabei benutzt die Libelle ihre kräftigen Kiefern wie eine Kneifzange und trennt die Flügel des Schmetterlings ab. Die Großlibellen, zu denen die Plattbauch-Libelle (Foto) gehört, jagen auch schon mal die sehr viel kleineren und langsameren Verwandten, die Schlankjungfern. Diese zerbrechlich scheinenden Tierchen, himmelblau oder kräftig rot gefärbt mit schwarzen Mustern, sitzen im Sommer oft an Schilf und anderen Gräsern in Gewässernähe, wovon wir in Lippstadt ja reichlich haben. Im Gegensatz zu den schnellen Großlibellen klappen sie bei den Flugpausen ihre zarten Flügel nach hinten und sehen schon deshalb nicht mehr so bedrohlich aus.

Libellen haben einen interessanten Lebenswandel. Die Tiere verbringen die längste Zeit ihres Lebens – einige Arte mehr als ein Jahr – unter Wasser. Als Larve leben sie im Bodenschlamm und lauern nach Allem, was sich  irgend überwältigen lässt. Gut so, denn ein großer Teil der Stechmücken, deren Larven ebenfalls hier aufwachsen, bleibt uns so erspart. Nach mehreren Häutungen hat sich im Inneren eine unglaubliche Verwandlung vollzogen: In der Larvenhaut ist ein völlig neues Tier entstanden. Aus dem Wasserlebewesen ist ein Flugkünstler geworden. Zum letzten Schritt dieser Verwandlung muss die Libellenlarve allerdings das Wasser verlassen. Sie klettert in einer warmen Sommernacht (jetzt ist auch klar, warum man in diesem Jahr so selten Libellen antrifft....) einen Schilfhalm empor bis über die Wasseroberfläche. Einige Stunden geschieht scheinbar nichts, plötzlich aber platzt die Libellenlarve entlang einer  Sollbruchstelle am Rücken auf und quälend langsam schiebt sich der Vorderteil mit dem Kopf aus der Hülle heraus und kippt nach hinten über. Gut, dass die Beine der alten Larvenhülle fest im Schilfblatt verankert sind, denn ein bis zwei Stunden kann es dauern, bis der nächste Schritt möglich ist: Plötzlich richtet sich die Libelle auf, krallt sich mit ihren neuen Beinen an der Larvenhülle fest und zieht den Hinterlaib aus der jetzt leeren Hülle. In den kommenden Stunden werden die Flügel aufgepumpt, die bis zu diesem Zeitpunkt wie kleine Rucksäcke an der Libelle hängen. Wenn der Morgen anbricht, ist die Libelle so weit entwickelt, dass die ersten Sonnenstrahlen das noch weichhäutige und hilflose Wesen trocknen. Ein leichtes Zittern der Flügel lässt den Beobachter erkennen, dass die Libelle sich gleich in die Luft erheben wird – so, als hätte sie nie etwas anderes getan.

Wenn Sie einen Gartenteich haben in dem keine Fische leben, dann gönnen Sie sich doch mal den Genuss eines solchen kleinen Abenteuers. Wenn der Grill aus ist und die Gäste nach Hause gegangen sind, legen Sie sich mit einer Isomatte, einer Taschenlampe und einem guten Buch an den Teich und warten einfach mal ab – es ist wirklich spannend, was da geschieht....

Mai: Der große Zug

 

So ganz passt die Überschrift diesmal nicht – sie müsste besser heißen: „ In Lippstadt zu Gast....“.  Und diese Gäste fallen in diesen Tagen - leider nicht immer aus heiterem Himmel - in kleinen Trupps oder als Einzelgänger an unseren Gewässerufern ein. Diese seltsamen Vögel bekommen wir sonst das ganze Jahr über nicht zu sehen und zu hören, mit etwas Glück noch mal im Spätsommer. Es braucht schon ein wenig Übung um sie überhaupt zu entdecken. In der renaturierten Lippeaue und an den Flachufern der Baggerseen fallen sie geradezu vom Himmel, sind für ein paar Stunden oder wenige Tage unsere Gäste und ziehen dann eilig weiter. Es sind die Langstreckenzieher unter den Zugvögeln: Watvögel, die an flachen Gewässerufern ihre Nahrung suchen. Nach der Landung wird kurz das Gefieder in Ordnung gebracht und dann laufen die oftmals unscheinbar gefärbten Vögel hektisch am Wasser entlang, ständig den Schnabel am Boden oder in den weichen Schlamm gebohrt. Wenn sie satt sind, stecken sie den Kopf unter die Flügel - immer mit einem Auge die Umgebung beobachtend - und ruhen etwas aus. Dann, nach einem kurzen Bad im flachen Wasser, fliegen sie auf und sind verschwunden. Unbekanntes klingt in unseren Ohren oft seltsam, so ist es auch mit den Namen dieser Vögel. Die ersten in diesem Jahr waren die Kampfläufer. Grünschenkel und Waldwasserläufer waren auch schon zu sehen und bis in den Mai hinein werden wohl noch Bruch- Waldwasser- und Alpenstrandläufer zu beobachten sein. Dazu kommen Rotschenkel, Knutt und Kiebitzregenpfeifer und möglicherweise die eine oder andere Seltenheit, über deren Entdeckung sich die Vogelkundler dann besonders freuen.  Die kleine Beobachtungshütte vom Naturschutzbund NABU im Naturschutzgebiet  Zachariassee in Lipperode ist ein guter Platz für solche Entdeckungen, ein gutes Fernglas vorrausgesetzt. Die Nahrungsgäste sind auf einer langen Reise und es stellt sich die Frage, ob diese Weltbürger überhaupt irgendwo zu Hause sind. Sie verbringen den Winter in den Feuchtgebieten von West- und Südafrika und fliegen zur Brut und Aufzucht ihrer Jungen in den kurzen Sommer der Arktis und siebirischen Tundra. Eine Strecke von rd. 15 000 km kommt da zusammen und auf dem Rückflug im Herbst wird die gleiche Flugleistung noch einmal erbracht. Ein solch kräftezehrender und riskanter Lebenswandel wirft zahlreiche Fragen auf und kaum ein anderes Phänomen hat  Vogelforscher bis heute so fasziniert und beschäftigt wie der Vogelzug. In der Geschichte des Lebens setzen sich ungewöhnliche Verhaltensweisen immer dann durch, wenn sie einen Vorteil beim Überleben sichern. Dabei steht das Fressen an erster Stelle und wenn ein kleiner Vogel in kürzester Zeit vier oder fünf Jungvögel aufzieht die nach wenigen Wochen selbstständig sein müssen, ist dazu eine Menge Nahrung notwendig. Ein solches Nahrungsangebot für einige Millionen Jungvögel und ihre Eltern gibt es in den scheinbar grenzenlosen Sümpfen, die im kurzen arktischen Sommer auf den Dauerfrostböden entstehen. Es sind vor allem Mücken und andere Insekten und wer seine Urlaubsreise am Polarkreis in Norwegen oder Schweden macht, bekommt einen Eindruck davon... Offenbar ist die weite Reise also notwendig und erfolgreich. Eine Antwort auf eine weitere Frage zum Vogelzug ist seit wenigen Jahren geklärt: Die Zugrichtung ist angeboren und wohl nicht erlernt, sie wird von den Eltern auf die Jungvögel vererbt. Andere Fragen zur Energieversorgung und zur Orientierung auf dem Flug sind teilweise beantwortet. Dazu gibt es neuerdings Beobachtungen, dass einige Vogelarten ihr Zugverhalten ändern, möglicherweise in Zusammenhang mit globalen Klimaveränderungen. Aber dass macht die Naturbeobachtung so spannend: Jede scheinbar richtige Antwort wirft mindestens zwei neue Fragen auf.

So verbergen sich hinter den kurzen Besuchen von Kampfläufer und Co. In Lippstadt noch eine Menge Rätsel...

 

März: Der Große Brachvogel

 

Kennen Sie das auch? Bei jedem Wechsel der Jahreszeiten gibt es ganz persönlich Erinnerungen und Signale, die z.B. den Frühling unumkehrbar ankündigen, auch wenn das Wetter mit seinen Temperaturen so gar nicht passen will. Dazu gehören heute leider zunehmend auch die ersten Tropfnasen und Augen, die allergisch auf die Vorfrühlingsblüher reagieren. Es sind aber auch Töne und Geräusche die mit großer Zuverlässigkeit ankündigen: Der Winter geht zu Ende. Vom Giebel des Nachbarhauses singt beim Sonnenaufgang schon versuchsweise die Amsel für ein paar Minuten, der Buntspecht gibt die ersten Klopfzeichen und auf den Wiesen an der Lippe und den Baggerseen schweben die Kiebitze, die ersten Stare und Wachholderdrosseln ein.

Und dann ist da plötzlich ein flötender Ruf in der Luft, der sich von allen anderen unterscheidet: Ein warm klingendes, melodisches Flöten das in einem langgezogenen Trillern ausklingt: Sie sind wieder zurück, die Großen Brachvögel. Diese seltsamen und leider auch seltenen Vögel mit ihrem langen, krummen Schnabel haben ein besonderes Ansehen erlangt – wie das so ist, mit allem was selten ist. Der Name dieses braun gescheckten Wiesenvogels sagt schon, worum es geht: Der Große Brachvogel liebt, wie der Kiebitz, die Bekassine und die Uferschnepfe die offene Landschaft. Überschwemmungsgebiete, Flach- und Hochmoore waren ursprünglich sein bevorzugter Lebensraum. Die übrige Landschaft war weitgehend bewaldet. Ortsbezeichnungen wie „Lippebruch“, „Lipperode“ und „Mastholte“ - ein Wald, in den die Schweine zur Mast mit Eicheln getrieben wurden, erinnern daran. Als im 19. Jahrhundert die Waldweiden gerodet wurden um Streu und Flößwiesen in den Flusstälern zu gewinnen, fand der Brachvogel neue und  ideale Lebensräume. Die nassen Wiesen boten den Bodennestern Schutz vor Fuchs und Marder, die sich ungern nasse Füße holen. Die Streuwiesen wurden erst im Juni gemäht, denn das bis dahin kräftige Gras diente als Einstreu in den Ställen. Die jungen Kiebitze und Brachvögel – Nestflüchter wie alle Wat- und Wiesenvögel -   waren bis dahin schon so groß, dass sie vor dem Mähgeräte des Bauern flüchten konnten.

In der Folgezeit entwickelte sich die Landwirtschaft weiter, die Feuchtwiesen wurden durch Drainagen und Gräben trocken gelegt, das Grünland umgebrochen und  auf großen Flächen Mais angebaut. Der Brachvogel - einst Charaktervogel der westfälischen Landschaft, verschwand mit seinen Lebensraumgenossen. 1982 wurden in Deutschland vom damaligen „Vogel des Jahres“ nur noch etwa 5000 Brutpaaren geschätzt, seit dem sind die Bestände noch einmal um rd. 20 % zurückgegangen. Bei uns in Lippstadt gibt es nur noch ein bis zwei Paare. Brachvögel sind sehr standorttreu und werden recht alt – von bis zu 30 Jahre alten Vögeln berichtet die Literatur. Auch wenn die ehemaligen Feuchtwiesen längst umgebrochen sind, legen sie dort immer wieder ihre Nester an, ohne Aussicht auf einen Bruterfolg.

Im Naturschutzgebiet Zachariassee versucht der NABU die letzten Brachvogel- und Wiesenvogelreviere zu erhalten und wieder zu vernässen. Dazu wurde das Grünland von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, dem Kreis Soest und  von den Stadtwerken Lippstadt erworben und Naturschutzzwecken zur Verfügung gestellt. Die Wiesen werden an Landwirte verpachtet die sich verpflichten, die Naturschutzbedingungen einzuhalten. Die erste Mahd erfolgt erst im Juni, der Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden ist auf den Naturschutzflächen verboten. Dadurch ist auch die Nahrung des Brachvogels, die vorwiegend aus Würmern und Insekten besteht, gesichert. Die Schutzmaßnahmen sind erfolgversprechend: Unsere Brachvögel konnten im vergangenen Frühjahr nach über 10 Jahren erstmalig 3 Junge aufziehen.

Inzwischen sind sie wieder zurück aus dem Winterquartier und haben ihr Revier mit ihrem wohlklingen Ruf in Besitz genommen. Auf den Webseiten des NABU können Sie den Brachvogelgesang anhören: [Start].

Um die letzten Lippstädter Brachvögel zu schützen und ihrem Nachwuchs eine Chance zur Wiederansiedlung zu geben, sind weitere Schutzmaßnahmen im NSG-Zachariassee notwendig. Die neue Naturschutzverordnung untersagt deshalb zusätzlich zu den bestehenden Einschränkungen ein Betreten des Schutzgebietes zwischen dem 1. März und dem 30. Juni für Besucher und Spaziergänger. In dieser sensiblen Zeit kann das Schutzgebiet nur noch von der Beobachtungshütte aus eingesehen werden. Der NABU bittet um Verständnis und  Mithilfe beim Schutz der letzten Brachvögel in Lippstadt.

 

Februar: Der Zaunkönig – Vogel des Jahres 2004

 

Für alles gibt es eine Kommission: für das Unwort des Jahres, für ...des Jahres und natürlich auch für den Vogel des Jahres. Für Letzteren zeichnet der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) verantwortlich. Um Jahresvogel zu werden muss man nicht besonders selten, groß oder schön sein, man muss Repräsentant eines bestimmten Lebensraumes sein und eine größere Anzahl Sympathisanten unter den Mensachen haben. Rabenkrähe, Elster oder gar Kormoran haben da zur Zeit schlechte Aussichten auf eine Nominierung....

In diesem Jahr ist also der Zaunkönig Vogel des Jahres. Wie aber kommt ausgerechnet der kleinste Singvogel der Region mit gerade mal 10 Gramm Körpergewicht zu einem so großen Namen? Zumindest seit Napoleon wissen wir, dass geringe Körpergröße kein Hindernis für Erfolg sein muss und wer den kleinen Zaunkönig beobachtet wird überrascht sein mit welcher Stimmgewalt die kleine Federkugel ihr Königreich beherrscht. Im Reich des Zaunkönigs herrscht Ordnung und zwar eine natürliche Ordnung, die durchaus nicht immer den Vorstellungen ordnungsliebender Gartenbesitzer entspricht. Gute Beobachtungsmöglichkeiten bietet ein Garten, in dem Laub, ältere Staudenpflanzen, abgelagerter Kompost und der Heckenschnitt vom Vorjahr alles bietet, was der Zaunkönig zum Leben braucht. Hier findet er genügend Deckung, Nahrung und oft auch einen geeigneten Brutplatz. Während die meisten Singvögel dabei als Nest oben offene Mulden bauen, klebt der Zaunkönig ein eher eiförmiges Gebilde aus angerottetem, feuchtem Laub und Moos zusammen. Seitlich führt eine winzige Öffnung in die dickwandige Nestkugel die innen mit Haaren und Federn ausgepolstert ist. Zur Tarnung wird die Außenwand mit Material aus der unmittelbaren Umgebung verziert so dass das Nest auch von Menschen nicht immer gleich als solches erkannt wird. So kann es durchaus passieren, dass die Nestkugel von ordentlichen Gartenbesitzern als vermeintlich störender Laubhaufen aus der Ranke an der Hauswand gerissen wird.

Wer so kurze Flügel wie der Zaunkönig hat, wird es im Winter nicht, wie viel andere Singvögel,  bis nach Spanien oder gar Afrika schaffen. Der kleine Vogel verlässt sein Königreich auch im Winter nur selten. Oftmals rückt er jetzt noch näher an die menschliche Gesellschaft denn Komposthaufen erzeugen genügen Wärme, um auch an kälteren Wintertagen winzige Insekten als Futter für den Zaunkönig bereit zu halten. Und dann kommt da noch (jetzt wird´s ein bisschen wissenschaftlich...) ein physikalisch-geometrisches Problem hinzu: Je kleiner eine (Vogel)-Kugel ist, desto ungünstiger ist das Verhältnis zwischen Körperoberfläche und Körpervolumen. Das bedeutet,  dass der kleine Vogel in der Kälte sehr viel schneller auskühlt, als größere Arten. Für die kalten Winternächte baut sich der Zaunkönig deshalb ein besonderes Schlafnest. An sehr kalten Tagen werden solche Nester klugerweise gleich von mehreren Vögeln genutzt, die eng aneinandergekuschelt in der schützenden Nestmulde hocken. Möchten Sie jetzt mehr über den kleinen Vogel mit dem großen Namen und der lauten Stimme erfahren, dann können Sie beim NABU eine farbige Broschüre (gegen Einsendung von fünf Briefmarken zu je 55 Cent) über den jahresvogel beziehen oder sich auf den NABU-Webseiten umschauen: http://www.NABU-Kreis-Soest.de/.

 

Januar: Wintergäste am Zachariassee 

die Reiherente

Wer in diesen Wintertagen die kleine Beobachtungshütte am Zachariassee in Lipperode besucht, sollte ein Fernglas und etwas Zeit mitbringen. Nicht immer ist die große Zahl der Wasservögel auf Anhieb zu sehen, die den etwa 35 ha großen See bevölkern. Je nach Wetter und Windrichtung verstecken sich die Enten gerne im Ufergestrüpp und im Schilf. Wer sie aber erst einmal entdeckt hat, wird erstaunt sein: 2500 Enten, einige hundert Gänse, dazu Graureiher, Haubentaucher und Kormorane kann man hier vor allem in den späten Nachmittagsstunden beobachten.  „Kann man denn nichts gegen die vielen Enten machen“, so die ernst gemeinte Frage an Peter Hoffmann vom Naturschutzbund NABU von einem Besucher, der verwundert mit seinem Fernglas über den See schaute?  Ein anderer Gast wenige Tage vorher wollte ebenso ernsthaft wissen, womit wir die Enten füttern, damit sie in so großer Zahl an dem ehemaligen Baggersee bleiben.  Die Antworten sind einfach: Der Zachariassee und seine Umgebung sind ein Naturschutzgebiet. Das bedeutet: Keine Wasservogeljagd, keine Rundwege und deshalb auch keine Störungen durch Sportfischer oder Spaziergänger und frei laufende Hunde am Seeufer. Selbstverständlich wird hier nicht zugefüttert. In der Sicherheit der Nacht grasen die Enten auf den Wiesen und Feldern in der Umgebung des 140 ha großen Schutzgebietes. Die Gänse, zur Zeit eine bunte Mischung aus Grau-, Saat-, Bleß-, Nil-, Nonnen- und Kanadagänsen, kann man auch tagsüber dort beobachten. Der See ist durch die Wasservögel nicht gefährdet, durch faulende Brot- und Essensabfälle wäre er das allerdings sehr, wie man an den Gewässern im „Grünen Winkel“ eindrucksvoll erkennen kann.

Eine Entenart hat sich jedoch auf eine besondere Nahrung spezialisiert, es ist die Reiherente. Diese hübsche schwarz-weiß gefiederte Enten, deren Männchen eine schmucke „Reiherfeder“ am Hinterkopf tragen, sind sehr geschickte Taucher. Zu ihrer Lieblingsnahrung gehören die Wandermuscheln und Wasserschnecken, die inzwischen jedes Stück Bauschutt besiedelt,  das früher in dem ehemaligen Baggersee versenkt wurde.  Die Reiherente ist erst in den letzten Jahrzehnten bei uns aufgetaucht und gehört mittlerweile zum festen Arteninventar unserer heimischen Wasservögel. Am Zachariassee und an den Kleingewässern an der  Lipperoder Burgruine brütet die Reiherente. Die Weibchen leben mit ihren wenigen Entenküken sehr zurückgezogen und niemals führt sie ihre Jungen so offen über das Gewässer, wie wir das von den Stockenten gewohnt sind.