Naturschutzbund NABU Kreis Soest NABU Kreis Soest: Standartseite

Wollnashorn und Riesenhirsch

Knochenfunde aus dem Baggersee:

Eiszeitlicher Terassen- und Dünensand prägt die landschaftliche Gestalt der Lippeaue. Nordwestlich von Lippstadt sind beim Abbau dieser Rohstoffe zahlreiche Baggerseen entstanden. Manchmal spülen die Saugbagger Knochenreste dieser ausgestorbenen Groß-Säugetiere aus der 10m dicken Sand- und Kiesschicht an die Oberfläche. Zwei davon sollen hier vorgestellt werden:

Der Oberschenkelknochen des Riesenhirsches ist rund 40cm lang. Die höhe des Hirsches dürfte etwa 1,50m betragen haben. An dem massigen Oberarmknochen des Wollnashorns  fehlt der obere Teil. Die massive Kante des Hohlknochens lässt scharfe Kanten erkennen - möglicherweise Spuren einer mechanischen Bearbeitung mit einem Werkzeug, um an das nahrhafte Knochenmark heran zu kommen. Es gilt als sicher, dass das Nashorn vom damals lebenden Neandertaler gejagt wurde.

Bodenprofil

aus dem Bereich des Zachariassees. Man erkennet die Abfolge von verschiedenen Sanden und Kies, durchsetzt mit Feuersteinen aus dem Balticum. Die obere Schicht ist erst in jüngerer Zeit durch Kultivierung mit Pflug und Düngemitteln entstanden. Trägt man den dünnen Mutterboden ab, kommt sog. Podsol zum Vorschein, an manchen Stellen rötlich verfärbt durch Eisenoxide. Das Eisenoxid wurde hier in der Vergangenheit in Knollenform als sog. Raseneisenstein abgesammelt und verschaffte den Bauern durch Verkauf an ein Hüttenwerk ein bescheidenes Zubrot.  Die eiszeitlichen Ablagerungen werden in etwa 10m Tiefe durch eine dichte Mergelschicht abgelöst.

FORAMINIFEREN

Unter der etwa 10m mächtigen Sandschicht steht eine blau-graue Mergelschicht an, der sog. Emscher Mergel. Es sind tonige Ablagerungen der jüngeren Kreidezeit. Proben dieses Mergels werden bei Brunnenbohrungen der Wasserwerke an die Oberfläche befördert. Im Mikroskop erkennt man zwischen den feinen Sandkörnern des Mergels zahlreiche Mikrofossilien. Es sind die verkieselten Gehäuse von  Foraminiferen. Ähnliche Formen dieser Planktonorganismen findet man heute in tropischen Meeren.

mehr zum Thema:
# 

Bodenprofil

aus dem Bereich des Zachariassees bis zu einer Tiefe von etwa 10m.