Warum Wasservogelzählung?   Avifauna-Monitoring im NSG-Zachariassee

Der Zachariassee ist einer von rd. 200 Wasservogel - Zählgebieten in NRW. Zu unseren Aufgaben gehört die monatliche Erfassung der Wasser- und Watvögel im Schutzgebiet. Dadurch kann die langfristige Entwicklung des Schutzgebietes verfolgt und ggf. gesteuert werden. Die Daten werden außerdem für unterschiedliche Monitoring-Programme zur Verfügung gestellt und liefern so einen Mosaikbaustein zur Bestandssituation. (z.B. Wiesenvogel- Kartierungen, Kormoranzählung). Die Auseinandersetzung mit der Vogelwelt ist an sich schon interessant und bietet ständig neue Überraschungen. Aber die regelmäßigen Erfassung hat noch einen tieferen Sinn: Vögel sind äußerst mobil, bewegen sich in kurzer Zeit über Länder und Kontinente hinweg. Sie entdecken neue, für sie geeignete Lebensräume oder verschwinden dort in kürzester Zeit, wenn die Lebensbedingungen sich für sie verschlechtern. Die Erfassung dieser Dynamik und die Verknüpfung von Beobachtungsdaten ergibt einues Bild über die ökologischen Verhältnisse eines Lebensraumes. Beispiel: Das jährliche Erscheinen der Brachvögel im NSG mit Reviergründung und Brut bedeutet, dass wir uns um den Erhalt der Wiesen und Ruhezonen kümmern müssen - der Große Brachvogel ist auf Schutzgebiete angewiesen. Oder der dramatische Rückgang der Kiebitze - von Naturschützern schon lange vorhergesagt - hat seine Ursache in der ungebremsten Landschaftsveränderung vor allem durch die Landwirtschaft.


Vogelzug Bericht

Naturfreunden und Ornithologen bietet der See immer wieder Überraschungen. Nichts scheint hier unmöglich. Ein Fernglas und viel Geduld sind allerdings Voraussetzung für interessante Begegnungen.m Winter und beim Frühjahrszug kann man am Zacharias-see zahlreiche Entenarten beobachten. Im Winter rasten hier mitunter über 2500 von ihnen. Die hohen Überwinterungszahlen machen den Zachariassee zu einem Schutz-gebiet mit landesweiter Bedeutung. Neben den zahlreich Enten kommen Taucher, Säger und Gänse vor.  Insgesamt wurden bisher über 200 Vogelarten im Schutzgebiet registriert, darunter Seltenheiten wie Drosselrohrsänger (Bruterfolge), Braunsichler, Löffler, Seeadler, Raubseeschwalbe, Zwergseeschwalbe, Purpurreiher, Wiedehopf, Rohrdommel u.v.a.

Im Herbst 2011 wurden die am Zachariassee rastenden Zugvögel tagesgenaun erfasst. Zusammen mit einer Beschreibung des NSG-Zachariassee ergibt die Dokumentation ein deutliches Bild: Sekundärlebensräume wie dieser Grundwassersee können ein wesentlicher Beitrag zum Artenschutz sein! Der Bericht steht hier als .pdf zur Verfügung.

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Vom Zachariassee liegen seit 1989  erste sichere Beobachtungsdaten vor. Seit 1991 werden regelmäßig die Bestände der Wasservögel und die durchziehenden Limikolen erfasst. Die folgenden Diagramme zeigen die Durchschnittswerte der Beobachtungsergebnisse über einen Zeitraum von rd.10 Jahren im Jahresverlauf. Minima und Maxima sind jeweils in die Balken eingetragen. Gründe für die Artenvielfalt sind:

Minimale Störungen im  Uferbereich

Keine Wasservogeljagd

Kein Angelsport

Keine Rundwanderwege
Die Zahl der Enten ist im 
Winterhalbjahr stark von der Dauer der Vereisung abhängig. Beispiel Stockenten:
 
Jan.1996 (31 Tage Eis)
8200 Enten

Jan. 1998 ( 3 Tage Eis)
1000 Enten

reiherente1201 Seit einigen Jahren gehört die Reiherente zu den Brutvögeln am Zachariassee. Zu ihrer Nahrung gehören vor allem im Winter die Wandermuscheln, deren Kolonien mittlerweile alle festen Gegenstände im Wasser überziehen. 

Die Flachufer und Schlammflächen locken während der Zugzeit immer wieder Limikolen an den See. In die Darstellung sind folgende Arten aufgenommen:
Kampfläufer
-Sichelstrandläufer
-Alpenstrandläufer
-Zwergstrandläufer
-Flussuferläufer
-Sanderling
-Flussregenpfeifer
-Sandregenpfeifer
NABU NSG-Zachariassee: Waldwasserläufer