In Lippstadt blüht dir was...

 

ABU & NABU & BUND - Gemeinsame Initiative zur Förderung der Lippstädter Pflanzen- und Insektenvielfalt

Um die heimische Artenvielfalt ist es schlecht bestellt. Der dramatische Verlust der Insektenfauna ist nicht mehr zu bestreiten. Aber untrennbar damit verbunden ist der Verlust der artenreichen, heimischen Flora. Dabei ist es nicht mit der Anlage bunter Blumenwiesen aus oftmals ortsfremdem Saatgut getan. Solche bunten Wildblumenmischungen enthalten oftmals Saatgut von Arten, die nicht aus der Region stammen und die heimischen Flora verfälschen und nachhaltig verändern können. Ganz  problematisch wird es, wenn diese Mischungen vor allem auf ein "menschenfreundliches" buntes Wiesenbild abzielen. Dann werden Stauden wie z.B. die Goldrute zu invasiven Gewächsen, die sich überall breit machen, ohne der heimischen Insektenwelt ein geeignetes Angebot an Nektar und Pollen zu bieten. Die Honigbienen des Imkers kommen damit zurecht, für die zahlreichen Wildbienen, Kleinwespen und Schmetterlinge ist da nicht viel zu holen.

Regiosaatgut ist ein erster Schritt

Die Aktionsgruppe (die sich scherzhaft auch  als "Bumengroup" bezeichnet -  bemerken Sie den Wortwitz?) haben deshalb eine "echte" Wildblumenmischung aus sog. Regiosaatgut zusammengestellt und konfektionieren lassen.  Die kleinen Tütchen eignen sich gut für Lippstadt und soll überall dort ausgesät werden, wo im heimischen Garten ein Randstreifen oder eine Freifläche zur Verfügung steht, die nur zwei mal im Jahr gemäht werden soll.

Wiesenkerbel mit Pinselkäfer

Nur zwei mal mähen...

Die erste Mahd soll erst nach der Samenreife der Frühlingsblüher erfolgen, also frühestens Anfang Juni.  Sie sähen sich dann selbst am Standort aus und können sich so von selbst vermehren. Wichtig: Das Mähgut von der Fläche entfernen um den Nährstoffeintrag zu verringern. Die zweite Mahd kann zum Winteranfang erfolgen. Noch besser ist es, erst am Ende des Winters zu mähen, denn dann können die verholzten Teile der Pflanzen als natürliches Überwinterungsversteck für kleine Insekten und Spinnen dienen.

Was ist drin in der ersten Lippstädter Mischung?

  • Gewöhnliche Schafgarbe
  • Kornblume
  • Wiesenkerbel
  • Echtes Johanniskraut
  • Wiesen-Platterbse
  • Wiesen-Margerite
  • Klatschmohn
  • Wiesen-Sauerampfer
  • Rote Lichtnelke
  • Wiesen-Bocksbart
  • Vogelwicke
  • Acker-Witwenblume
  • Gewöhnliches Ruchgras
  • Schmalblätteriges Rispengras

Unser Ziel ist es, mit der Stadt Lippstadt Flächen auszuwählen, auf denen geeignete Samenmischungen ausgebracht werden. Später können solche Flächen auch als sog. Spenderflächen dienen. Dazu wird ein Teil der reifen Samen abgesammelt und auf weitere Flächen zur Vermehrung gebracht.

Die kleine Samentüte kann eine botanische Initialzündung für Ihre Wildblumenwiese sein, geben sie der Sache Zeit und Raum - Natur braucht Geduld.

Mehr zum Thema:

Die Lippstädter Wildblumenmischung

Samentütchen

In Lippstadt erhältlich im Bioladen, im Weltladen, in den Läden der "INI", in der Galerie "Hof Scheer" (Schutzgebühr von 0,50€).

Wildblumenportrait

Ruprechtskraut

Das Ruprechtskraut oder  "Stinkernder Storchenschnabel" - ein Überlebenskünstler, der vom Frühjahr bis zum Sommerende Blüten treibt.   mehr dazu

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Kennen Sie Hermann Müller?

Heinrich Ludwig Hermann Müller (* 23. September 1829 zu Mühlberg; † 25. August 1883 in Prad am Stilfserjoch) "Fasziniert und angeregt von Darwins neuer Sicht auf die Entwicklung der Arten erkannte Müller als erster, dass sich Blütenpflanzen und bestimmte Insekten stammesgeschichtlich in gegenseitiger Anpassung entwickeln. Er entdeckte damit das Phänomen der „Koevolution“...

(mehr zum Thema beim BUND-Ortsgruppe Lippstadt/Erwitte)

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