Die Sache mit den Fäden...

Wenn man eine Banane öffnet, hängen manchmal dünne Fäden an der Schale oder an der Frucht. Was für eine Funktion haben die?

Bananenstück mit Jod

Leitungsnetz:

Es sind Teile eines sog. Leitbündels. Wenn man ein Stückchen von den Fäden unter einem Deckglas zerquetscht und mit dem Mikroskop ansieht, dann erkennt man verschiedenartige, röhrenförmige Zellen, die sich durch die ganze Struktur ziehen. Die Röhren sind mit Ringen oder Spiralen versteift, ähnlich den Leerohren, die man zur Verlegung von Kabeln in Gebäuden verwendet. Die Versteifungen verhindern ein kollabieren der Leitungen bei Unterdruck.
Modell: Leitbündel

Modelle helfen beim Verstehen:

Das Kunststoffmodell zeigt ein solches Leitbündel vom Mais. Man erkennt dickere und dünnere Leitungen. Der gelbe Anteil des Leitbündels transportiert Wasser und Mineralien von der Wurzel in alle Pflanzenteile. Im blauen Anteil werden die Fotosyntheseprodukte aus den Blättern zurück in die Speicherorgane (Früchte, Samen, Wurzelknollen) transportiert. Die Transportgefäße (gelb) für das Wasser bestehen aus abgestorbenen Zellen, die blau gefärbten Gefäße (Siebzellen) enthalten Zellplasma und transportieren die Inhaltsstoffe aktiv von den Blättern nach unten. Im Mikroskop sind sie mit unseren Methoden nicht erkennbar.

Modell: Leitbündel

 

Verbundwerkstoff - leicht und stabil...

Mit einem Bildbearbeitungsprogramm wurde das Mikrofoto vom Spiralgefäß in das Foto vom Modell kopiert, beides kann man so besser zuordnen. Die Leitbündel haben noch eine Funktion:  Die Gefäßwände sind verholzt und miteinander verklebt. Dieser natürliche "Verbundwerkstoff" ist nicht nur durch die vielen Hohlräume sehr leicht, sondern auch fest und biegesteif. Äste und Stämme von Bäumen sind genau besehen nichts anderes als sehr große Leitbündel...

 

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