Mikrofotografie mit dem Smartphone

Eine brauchbare Digitalkamera gehört heute zu jedem Smartphone. Und dort, wo ein Auge hineinsehen kann kann das auch die Kamera. Dazu benötigen wir nur einen Adapter, der das Smartphone mit dem Okular stabil verbindet. Hier gibt es eine kostengünstige und einfache Bauanleitung:


Material: Salbenkruken, größe 20Gramm (Apotheke oder Internetversandt), Bastelplatten (z.B. Forex-Hartschaumplatten, 3 oder 4mm oder nach Bedarf) Bastelmesser.
Handy-Schale mit starrem Rücken, Heißklebepistole.

Anleitung: Von der Salbenkruke wird der Boden entfernt, das geht mit dem Bastelmesser (vorsicht, das Material ist zäh!), wenn man vorher eine ringförmige Markierung an der Dose anbringt. 

In diesen Tubus steckt man ein Okular (Weitfeldokular für Brillenträger ist gut geeignet) Austrittslinse zum Tubus-Gewinde. Den Abstand zwischen Krukentubus und Okular kann man gut mit Textilklebeband ausgleichen, das man um das Okular wickelt, bis es stramm, aber noch verschiebbar im Tubus sitzt. 

Aus der Hartschaumplatte schneidet man ein Stück mit etwa dieser Form, es soll mit der Heißklebepistole auf die Rückseite der Handyschale geklebt werden. Dabei muss sich die runde Öffnung ziemlich gut zentriert über dem Kameraobjektiv befinden. Bei Smartphones mit zwei Kameras vorher testen, welche die Standartkamera ist. sonst ist diese schnell verdeckt.  

Der Krukendeckel bekommt ebenfalls eine runde Öffnung, die nicht zu klein sein darf. Der Deckel wird noch nicht(!) auf die Hartschaumplatte geklebt. Hier kommt es jetzt auf die exakte Zentrierung an. Schon eine kleine Abweichung sorgt für starke Vignettierung oder das Bild verschwindet vollständig aus dem Strahlengang. Vor dem Festkleben sollte auch der Abstand von Okulareintrittslinse und Kamera variiert werden, damit das Objektiv genau in der sog. Austrittspupille zu liegen kommt. Bei Brillenträger-Okularen ist die Pupillenhöhe etwas größer 

Erst wenn diese Schritte durch Ausprobieren gelöst sind, sollte der rote Deckel endgültig mit Heißkleber fixiert werden. Das Okular kann man später im Dosentubus noch lleicht verschieben. 

Dieser Adapter ist vom Mikroskoptyp unabhängig. 

Hier ist das Smartphon mit dem angesetzten Okular an einem "Swift-Fieldmaster" Exkursionsmikroskop zu sehen. Das Bild ist durch Zoomen vergrößert...
Bei den meisten Handykameras ist das nicht sinnvoll, auch dann nicht, wenn nur eine kreisförmige Abbildung möglich ist.  Das Zoomen erfolgt in der Regel durch sog. Digitalzoom, d.h. dass die Bildauflösung dabei geringer wird, weil nur ein kleinerer Teil des Sensors für die Abbildung genutzt wird.
Sinnvoller ist es deshalb, ein kreisförmiges Bild abzuspeichern und das "Zoomen" später am PC durch eine Ausschnittvergrößerung zu ersetzen. Das kommt auf das Gleiche hinaus und man behält die Kontrolle.

Oben: Hier stecken Okular und Smartphone im Fototubus eines Labor-Mikroskopes. 

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